Resterampe die Zweite: Pasta

frisch zubereiteter Kräuter-Pasta-Teig     Okay, ich geb’s zu: Der Umzug ist schon längst gelaufen… Und obwohl ich fleißig Linsen & Co für uns gekocht habe, habe ich es nicht geschafft, unsere Vorratskammer komplett zu leeren. Aber ein paar Kilos weniger waren es schon zu schleppen. Naja. Jetzt haben wir also einen Vorratsschrank – und immer noch ein paar Lebensmittel, die teils unbekannten (weil in Gläser umgefüllt) oder älteren Datums sind und gern gegessen sein wollen. Zum Beispiel Weizengrieß. Die Resterampe-Challenge geht also weiter. Und wem als Erstes Grießbrei einfällt, dem sage ich: No, no, no, Pasta here we go!!!

Für Pasta wird traditionell Hartweizengrieß genommen, der hat mehr Eiweiß (also mehr Gluten) als der Weichweizen. Was natürlich nicht bedeutet, dass man mit dem weichen Weizen keine Nudeln herstellen kann. Ich habe sogar ein ganz gutes Pastarezept, das mit ganz normalem Mehl arbeitet (alle Italiener hassen mich jetzt bestimmt!). Da mein Grieß nicht ganz gereicht hat, habe ich auch vom Ursprungsrezept ein wenig mit normalem Mehl ersetzt. Und, weil es gerade Frühling ist und um uns herum die ersten Kräuter und Wildpflanzen sprießen, hatte ich Lust auf etwas Grünes, Frisches – also Brennnessel und Giersch her!  Langweilige gelbe Nudeln kann man ja auch kaufen.

Pastateig nach dem Ruhen
nach dem Ruhen

Beim Nudelteig ist, wie bei allen anderen Teigen und Massen auch, vor allem das Verhältnis von festen (bindenden) und flüssigen Zutaten wichtig. Deshalb habe ich das Grünzeug blanchiert (wegen der Farbe, und weil die Brennnessel dann nicht mehr pickt), abgeschreckt, gut ausgedrückt und abgewogen, und einfach diese Menge an Eiern weggelassen (da sie die einzige flüssige Zutat sind). Ich hab mir gedacht, es gibt ja auch eierlose Pasta, die zusammenhält. Und, was soll ich sagen, es hat geklappt! So leuchtend grüne Pasta hatte ich wirklich selten auf dem Teller! Und das Tolle: Man kann diese frische, selbstgemachte Pasta prima einfrieren. Macht also gar nichts, wenn es mal etwas mehr geworden ist. Dann lohnt die Mühe um so mehr.

 

Brennnessel-Giersch-Pasta

Zutaten:

  • 4 Eigelb
  • 400g gut ausgedrückte, blanchierte Frühlingskräuter, z.B. Brennnessel und Giersch
  • 2 EL Olivenöl
  • ca. 800g Hartweizengrieß (ich hab 700g Grieß und 100g normales 405er-Mehl genommen)

ausgerollte Pastaplatten

Zubereitung:

Zuerst die Kräuter ein wenig klein schneiden, dann zusammen mit dem Olivenöl und den Eigelben in einen sehr guten Mixer geben und so lange laufen lassen, bis alles sehr homogen ist. Wenn trotzdem noch Fasern drin sind, die Flüssigkeit durch ein Sieb zum Grieß-Mehl-Mix geben. Alles sehr gut zusammenkneten. Abdecken und eine Stunde kühl ruhen lassen. Danach kann man den Teig prima mit der Pastamaschine ausrollen. Damit er nicht klebt, am besten immer ein bisschen Mehl oder Grieß darüberstäuben. Bis zur gewünschten Dicke ausrollen (ich hab auf meiner Nudelmaschine dieses Mal bis Stufe 7 ausgerollt, das war mir aber dann ein wenig zu dünn – das nächste Mal werde ich Stufe 6 versuchen). Jetzt kann man entweder Lasagneplatten schneiden oder Spaghetti oder Tagliatelle.

fertig geschnittene Tagliatelle

Ich hab alles einmal ausprobiert und am Ende aber hauptsächlich Lasagneplatten gemacht, weil’s einfach schneller war. Die kann ich jetzt – tiefgefroren – ein wenig auseinander brechen, in kochendes Salzwasser geben und nach 2 Minuten sind sie als Fleckerl fertig. Prima mit Spitzkohl, Kümmel und Paprika. Die Tagliatelle hab ich einfach mit angebratenem Knobi und Kürbis in Olivenöl geschwenkt, fertig. Prima – und sauschnelles – Familienessen.

grüne Frühlings-Tagliatelle mit Kürbis und Knoblauch

PS: Ich hab die Kräuter nicht wirklich herausgeschmeckt – aber meinem Mann, der mal so überhaupt gar kein Nudelfan ist, haben sie sehr gut geschmeckt. Und dem Kleinen sowieso. Ist ja klar. Sind ja Nudeln.

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