Resterampe die Erste: Khaman Dhokla

Kichererbsenmehl, Grieß und pürierter Koriander mit Chili und Ingwer

Bei meiner Vorstellung hatte ich ja schon geschrieben, dass wir bald umziehen. Ich hab das einfach mal als Anlass genommen, unseren Vorratsraum unter die Lupe zu nehmen und die Lebensmittel mal ans Tageslicht zu ziehen, die dort schon seit Ewigkeiten darauf warten, endlich mal benutzt zu werden. (Außerdem hab ich mit meinem einjährigen Sohn sämtliche Gewürze umgefüllt und ordentlich beschriftet – ein Riesenspaß! Ich weiß nur nicht, warum der Staubsauger seitdem so nach Curry duftet, wenn man ihn anschmeißt…. 😉 ) Genau um diese vergessenen Lebensmittel geht es in meiner „Resterampe-Challenge“: Ich werde versuchen, unsere Vorratskammer „leerzukochen“ – so gut es eben geht.

 

Wie Ihr Euch sicher schon denken könnt, geht es hier nicht um so normale Dinge wie Mehl oder Kokosraspel. Wobei ich sowas natürlich auch zuhauf habe. Nein, es geht um Dinge wie Dinkelkörner, Bockshornkleeblätter, Kombualgen, Buchweizenmehl oder Süßholzstäbchen. Und Tonkabohnen. Und Popcornmais. Und natürlich alle möglichen getrockneten Hülsenfrüchte unter der Sonne. Im Tiefkühlfach habe ich noch Pandanblätter gefunden. Oha. Da hat sich wohl einiges angesammelt… Nun heißts also Internet an, Rezepte finden (und ggf. abwandeln, so dass möglichst viel „vernichtet“ werden kann) und ran an die Töpfe.

khaman dhokla mit koriander

Das erste Rezept, auf das ich gestoßen bin, kommt aus Nord-West-Indien. Es heißt Khaman Dhokla und hörte sich nach einer ziemlich leckeren Angelegenheit an, um mein Kichererbsenmehl loszuwerden. (Alternativen wären noch Panisse, Fritten oder eine Art Tempura gewesen… aber ich wollte gerade mal etwas machen, was nicht gebraten oder frittiert werden muss.) Beim Khaman Dhokla handelt sich um ein gedämpften herzhaft-scharfen Kichererbsenkuchen, den man praktischerweise sozusagen „instant“ in der Mikrowelle zubereiten kann. Ursprünglich werden die Kichererbsen wohl gekocht, zerkleinert und fermentiert. Aber dafür habe ich gerade weder Zeit, noch kann ich so das Mehl benutzen…

Das Rezept, das ich als Vorlage benutzt habe, habe ich etwas abgewandelt, da ich nicht alles da hatte. Es ist trotzdem ein echt leckeres Gericht geworden, das auch noch superfix fertig ist: frisch durch Koriander, Ingwer und Limettensaft, herzhaft durch Senf, Asafoetida und Curry und schön scharf mit Chili. Außerdem schmeckt es salzig, süß und sauer auf einmal – da bleiben wirklich keine Wünsche offen. Prima als Sättigungsbeilagenersatz oder allein als gesunder Snack zwischendurch. Und vegan ist es auch noch.

 

Mikrowellen-Khaman Dhokla

Zutaten für den Teig:

  • 2,5cm frischer Ingwer
  • ich hab noch den Rest vom Koriander (s.u.) mit reingetan
  • 1/2-1 TL Chilipulver (im Rezept steht 1 frische grüne Chili, aber ich hatte noch rotes Chilipulver da)
  • 1,5 Tassen Kichererbsenmehl
  • 1 EL Weizengrieß
  • 3 Prisen Currypulver mit Kurkuma (im Rezept steht reines Kurkuma – hatte ich aber nicht)
  • 2 Prisen Asafoetida
  • 3/4 TL Natron (das Rezept schlägt auch „Fruchtsalz“ vor, das kenne ich nicht – scheint eine speziell indische Zutat zu sein)
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Limettensaft (Zitronensaft geht auch)
  • ca. 1 Tasse Wasser

img_2604Limettensaft, Zucker, Senfsaat, Chili und schwarzer Sesam

Zutaten für die Marinade:

  • 2 EL Öl
  • 1 TL Senfsaat
  • (1 TL Kreuzkümmel – habe ich weggelassen, da nicht vorhanden)
  • (8-10 Curryblätter – habe ich ebenfalls weggelassen)
  • 2 TL Sesamsaat
  • 1/2 TL Chilipulver (eigentlich laut Rezept auch wieder eine frische grüne Chili)
  • 1/2 Tasse Wasser
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Limettensaft (oder Zitronensaft)

Zutaten fürs Garnieren:

  • 1/2 Strauß Koriandergrün
  • 1 EL Kokosraspel

Zubereitung:

Eine mikrowellenfeste Schüssel mit etwas Öl einfetten. Den Ingwer schälen und mit dem Chili (und der Hälfte des Korianders) mit einer Moulinette kleinschreddern. Dieses Püree mit dem Kichererbsenmehl, dem Grieß, dem Currypulver, dem Asafoetida, Salz und Limettensaft mischen. Soviel Wasser zugeben, bis ein dickflüssiger, klumpenfreier Teig entsteht. Das macht Ihr am besten mit dem Schneebesen (oder, für Faule, mit dem Stabmixer). Je nach Kichererbsenmehl benötigt man etwas mehr oder weniger als eine Tasse Wasser. Zum Schluss das Natron schnell und gut verrühren, in die Schüssel umfüllen, abdecken und ab damit in die Mikrowelle. Bei mir hat es mit 600 Watt ca. 4 Minuten gedauert, wobei ich nach 2 Minuten schon mal nachgeschaut habe. Wer sich nicht sicher ist, macht die Stäbchenprobe.

Während der „Kuchen“ bäckt und später (abgedeckt) etwas auskühlt, macht man sich an die Marinade. Die 2 EL Öl werden in einem kleinen Topf erhitzt, dann werden nacheinander zuerst die Senfsaat (, der Kreuzkümmel, die Curryblätter,) Chili  und der Sesam zugegeben und leicht angebräunt. Mit dem Wasser ablöschen, den Zucker zugeben und einmal aufkochen lassen. Zum Schluss den Limettensaft zugeben, den Kuchen stürzen und darübergießen. Mit frischgezupften Korianderblättern und Kokosraspeln dekorieren. Gut dazu passen täte ein Chutney – vielleicht mit Minze oder Papaya? Hmmmm…

Am besten ißt man das Dhokla gleich nach der Zubereitung noch warm dampfend. Wenn’s nämlich zu lang steht, wird es etwas trocken und krümelig. Wobei es sicher hilft, es noch einmal kurz in die Mikrowelle zu geben.

Varianten

Ihr seht ja, dass ich das Ursprungsrezept etwas abgewandelt habe – ich könnte mir weitere Varianten wie ein Khaman Dhokla mit (Röst-)-Zwiebeln, Knoblauch, Koriandersaat oder sogar getrockneten Tomaten vorstellen. Außerdem kann man es ziemlich schmerzfrei glutenfrei herstellen, indem man nur den Grieß und das Asafoetida weglässt, die ja beide nicht gerade eine Hauptzutat sind.

Es gibt viele verschiedene Dhoklas, die verschiedene Getreide oder Hülsenfrüchte als Basis haben, z.B. Reis, Mungobohnen oder verschiedene Linsen. Oft wird auch Joghurt anstelle von Wasser und Limettensaft im Teig benutzt.


 

PS: Aus den Pandanblättern habe ich einen Sirup gekocht, der grasgrün und sehr intensiv ist. Passt gut zu Milchreis und Kokosspeisen. Oder in den Drink für einen asiatischen Touch.

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